75 Jahre Hansalinie

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Nationalsozialismus, Wirtschaftswunder und Urlaubstrasse: Die Autobahn A1 hat in ihrer über 75-jährigen Geschichte vieles erlebt – und vieles verändert. Eine Chronik.

September 1933

Der Plan für ein Autobahn-Grundnetz wird durch den nationalsozialistischen Generalinspekteur des deutschen Straßenwesens vorgelegt. Darin vorgesehen ist eine Schnellstraße zwischen Lübeck, Hamburg, Bremen und dem Ruhrgebiet.

1934

Baubeginn: In Oyten findet die Feier zum ersten Spatenstich statt. In Wandsbek bei Hamburg und in Hamberge bei Lübeck werden die Arbeiten an der heutigen A1 aufgenommen.

25. Juli 1936

Der 71 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Oyten und Dibbersen bei Hamburg wird fertiggestellt. Ein Jahr später wird der Abschnitt zwischen Oyten und Bremen für den Verkehr freigegeben.

1937

Das Kamener Kreuz im Nordosten des Ruhrgebietes wird in Betrieb genommen. Es ist das zweitälteste Autobahnkreuz in Kleeblattform. Die an das Kreuz anschließenden Straßen enden jedoch nach nur fünf Kilometern. Der nördlichere Teil der A1 wird erst nach dem zweiten Weltkrieg angeschlossen.

13. Mai 1937

Der Streckenabschnitt Hamburg-Lübeck wird eröffnet. Auf der Höhe von Barsbüttel besteht jedoch noch eine Lücke, die im November durch einen Tunnel geschlossen werden kann.

1. Mai 1938

Der Streckenabschnitt Lübeck-Travemünde wird eröffnet.

1939

Die Strecke Hamburg-Bremen ist komplett fertiggestellt. Kurz vor Baubeginn der Strecke Bremen-Osnabrück beginnt der Krieg aus und rückt das Bauvorhaben in weite Ferne.
Auch in Nordrhein-Westfalen und der Eifel müssen die Bauarbeiten bis 1951 ruhen.

1. Mai 1940

Der Streckenabschnitt Leverkusen-Remscheid-Lennep wird eröffnet.

1946-1950

Die Aliierten nutzen die Autobahn zwischen Stapelfeld und Hamburg-Billstedt als Sammel- und Abstellfläche für Militärfahrzeuge. Erhebliche Fahrbahnschäden sind die Folge.

1950

Mit dem deutschen Wirtschaftswunder nimmt der Waren- und Individualverkehr stark zu. Es gilt nun, die Hafenstädte Lübeck, Hamburg, Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven mit dem Ruhrgebiet zu verbinden. Außerdem sollen die Wirtschafts- und Verkehrszentren Oldenburg, Ostfriesland an die Häfen Brake, Nordenham, Wilhelmshaven, Emden und Leer angeschlossen werden.

1956

Nach fünf Jahren Bauzeit kann der 40 Kilometer lange Abschnitt zwischen Wermelskirchen und Hagen fertiggestellt werden. Weitere fünf Jahre später wird das bereits 1937 erbaute Kamener Kreuz an diesen Autobahnabschnitt angeschlossen.

1962

Die 411 Meter lange Schrägseilbrücke über die Elbe wird eröffnet. Sie überquert die Norderelbe und ermöglicht eine östliche Umfahrung Hamburgs. Mit der Brücke wird die Lücke zwischen den Autobahnen Lübeck-Hamburg und Hamburg-Bremen geschlossen.

1967

Mit der Raststätte Dammer Berge wird das zweit-älteste Brückenrestaurant Deutschlands gebaut und drei Jahre später eröffnet.

1970

Nachdem auch die nördliche Umgehung Kölns in den 1960er Jahren fertiggestellt wurde, ist die A1 nun durchgehend von Lübeck bis Köln befahrbar.

1982

Inzwischen ist die Autobahn ab Lübeck abschnittsweise in den Norden und ab Köln Stück für Stück Richtung Eifel verlängert worden. Befahrbar ist somit jetzt die Strecke zwischen Oldenburg und Blankenheim. Letzterer Ort ist bis heute das Ende der A1.
Zeitgleich wird in der Eifel ein weiterer Autobahnabschnitt als A1 gebaut: Zwischen Saarbrücken und Daun entsteht eine 150 Kilometer lange Schnellstraße, die jedoch bis heute noch nicht an den Rest der A1 angeschlossen ist.

21. August 2005

Auch im Norden erreicht die Autobahn jetzt ihren heutigen Endpunkt: Gremersdorf an der Ostsee. Zwischen Blankenheim in NRW und Gremersdorf in Schleswig-Holstein ist die A1 heute auf 605 Streckenkilometern befahrbar. Es folgt eine 35 Kilometer lange Lücke, auf der die Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Reinland-Pfalz überquert wird, bevor man in Daun wieder auf die A1 Richtung Saarbrücken zurückkehren kann.

26. Juli 2006

Aufgrund des heißen Sommers schmilzt in NRW auf der Strecke zwischen Hagen und Westhofen der Asphalt. Daraufhin muss die Autobahn Richtung Münster für fünf Tage gesperrt werden.

15. Mai 2008

Die Rastanlage Oyten-Süd wird für den Verkehr geschlossen. Es entsteht ein unbewirtschfteter Parkplatz mit WC-Anlage.

November 2008

Die Bauarbeiten für das im August gestartete Konsortium „A1-mobil“ beginnen. Im Rahmen des Projektes sind Investoren und Privatunternehmen für 30 Jahre für den Ausbau und die Instandhaltung des Autobahnabschnitts zwischen dem Buchholzer Dreieck bei Hamburg und Bremen zuständig. Im Gegenzug zum sechsspurigen Ausbau der 75 Kilometer langen Strecke erhalten sie einen Großteil der dort erwirtschafteten Mautgebühren. Es handelt sich um das bisher größte Gemeinschaftsprojekt des Staates mit Privatunternehmen.

8. Januar 2010

Seit der Dauerbaustelle hat sich die Zahl der Unfälle verdreifacht. Offenbar baut das privatwirtschaftliche Konsortium möglichst schnell und billig, um die Kosten gering zu halten und die Mauteinahmen zu steigern. Inzwischen ereignen sich drei bis vier Unfälle täglich auf der Strecke zwischen Bremen und Hamburg. Als Grund wird auch die zu enge Verkehrsführung des Konsortiums ausgemacht.

März 2010

Der bei Oyten durch das Konsortium „A1-mobil“ frisch verlegte Flüsterasphalt bröckelt großflächig ab, sodass die Fahrbahn gesperrt und als Notlösung der alte Fahrstreifen wieder in Betrieb genommen werden muss. Der neue Straßenbelag muss getauscht werden, wodurch Kosten von circa zwei Millionen Euro entstehen. Nachdem ein Gutachten der TU Darmstadt Materialfehler für die Schäden verantwortlich macht, trägt der Lieferant die Schuld an den Mängeln.

September 2011

Am Nordende der A1 beginnen die Arbeiten für einen weiteren Ausbau Richtung Fehmarn. Der Abschnitt bis Heiligenhafen Ost soll ein Jahr später fertiggestellt sein. Die Weiterführung nach Puttgarden auf Fehmarn ist für die kommenden sieben Jahre angedacht.

4. Mai 2012

Die Landesregierung von NRW genehmigt das Planfeststellungsverfahren für den Neubau des Abschnittes zwischen Blankenheim und Lommersdorf. Stück für Stück soll in den nächsten Jahren die Lücke zwischen Blankenheim und Daun geschlossen werden. Auf Rheinland-Pfälzischer Seite laufen die Bauarbeiten bereits.

Oktober 2012

Bis zu diesem Termin möchte das Konsortium den sechsspurigen Ausbau der A1 zwischen Bremen und Hamburg abgeschlossen haben.

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